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62 Bestätigt
Gastkritiken
Was die Gäste mögen:
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“Atmosphäre”
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“Quirky decor, relaxed atmosphere, interesting public … ”
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“History, design (albeit a bit dated), staff.”
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“The design, quirkiness and visible connection to … ”
Lloyd Hotel
Oostelijke Handelskade 34
Amsterdam, Netherlands
Style: Cutting-Edge
Atmosphäre: Ereignis
116 Zimmer
Soviel ist sicher: Amsterdam besteht nicht nur aus Grachten und Jugendherbergen. Trotzdem bleibt es ein Rätsel, warum bei all der Begeisterung für Design in Holland so etwas wie das Lloyd nicht schön früher ausprobiert wurde. Von außen ist das jahrhundertealte ehemalige Gefängnis zunächst alles andere als ein Designobjekt. Und da es unter Denkmalschutz steht, wirkt es zwischen all den brandneuen, bunten und klotzigen Gebäuden der Eastern Docklands geradezu deplaziert.
Aber wie bei jedem guten Hotel kommt es auch hier auf die inneren Werte an. Und das Interieur des Lloyd bietet ein wahres Feuerwerk an holländischem Design. Die Zimmer sind alle sehr unterschiedlich, je nach Designer. Und je nach gewählter Kategorie, die von bescheiden und preisbewusst bis vollkommen abgedreht und überdreht gestaffelt sind. Die meisten Zimmer sind eher am unteren Ende der Preisspirale angesiedelt: Die Ein-Stern-Zimmerchen, sind stylisch mit Zellencharakter, haben Hafenblick, Bäder auf dem Gang und jeder Millimeter Raum ist genial genutzt. Die Zwei- und Drei-Sterne-Zimmer sind etwas größer und dabei traditioneller eingerichtet, mit eigenem Bad. Und die Vier-Sterne-Zimmer kann man getrost als groß und luftig beschreiben, die Aussicht ist teilweise noch besser. Die Einrichtungen sind von Hollands Top-Designern wie z.B. Hella Jongerius entworfen. Und schrammen manchmal mit ihrer Genialität nur knapp am Wahnsinn vorbei – wie wäre es mit der Dusche mitten im Zimmer oder versteckt hinter einer Geheimtür? Bei den Fünf-Sterne-Zimmern wird es dann exzessiv bis absurd: Eins hat ein Bett für acht Personen (angeblich für Rockbands samt Gefolge), eins beherbergt ein echtes Konzertpiano, ein weiteres ein Badezimmer aus Styropor.
Es steckt aber auch ein Konzept hinter all dem Wahnsinn. Man versteht sich hier als Vermittler und Botschafter von Kultur: Während sich hoffnungsvolle und aufstrebende Künstler die günstigen Zimmer leisten können, treffen Sie in den öffentlichen Bereichen des Hotels überall auf die Wichtigen der Branche, also die Mäzene mit Geld und Kunstgespür aus den Fünf-Sterne-Zimmern. Es gibt zwei Restaurants, eins für schnell-mal-zwischendurch und eins für etwas förmlichere und stilvollere Nahrungsaufnahme. Baukastenartige Meeting- und Ausstellungsflächen stehen ebenso zur Verfügung wie Nägel in den Wänden, die dazu auffordern sollen, eigene Kunst aufzuhängen.
Die Eastern Docklands sind nicht das typische Touri-Ziel, aber das Lloyd ist trotzdem nur zehn Minuten vom Zentrum entfernt. Und Architektur-Freaks werden in der Nachbarschaft ihren Spaß haben. Wer es traditionell mag, wird das soziale Engagement des Hotels und die daraus resultierende Atmosphäre vielleicht nicht mögen. Aber dieses Hotel weiß in jedem Fall zu beeindrucken. Und nicht vergessen: Lesen Sie bitte unbedingt die Zimmerbeschreibung durch, bevor Sie buchen.



